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Der Krieg der 100 Catherines (#7)

Koffein an sich ist eigentlich sehr ungefährlich. Es bräuchte an die 70 Tassen Kaffee, bis ich den Löffel abgeben würde - und das ist scheiße viel, selbst für einen Mann meiner... äh, Statur. Bin ja nicht der Breiteste. Was aber wichtig ist, es braucht sehr viel Koffeinkonsum, um jemanden auszuschalten, und praktisch gesehen ist das echt schwierig. Wenn man nicht gerade pures Koffeinpulver schnupft oder sonst irgendwelche Herzprobleme haben, dann sollte es eigentlich recht unmöglich sein, als normaler Mensch an zu viel Koffein zu sterben.
Außerdem entwickelt man irgendwann eine Toleranz, wie bei jeder anderen Droge. Ja, Koffein und Kaffee sind Drogen. Aufputschmittel. Die beste Sorte. Aber wie gesagt, Toleranz. Irgendwann braucht es den morgendlichen Trank, damit man nicht den Nebenwirkungen (wie Kopfschmerzen) erliegt. Und das Zeug wird irgendwann ineffektiv.

Das erfahre ich leider auch gerade am eigenen Leib.
Vorsichtig blinzle ich die Armada an Tassen auf meinem Schreibtisch an. Mi…

#001

Nun also sitze ich hier, tief in der Nacht, verfasse Zeilen, die du niemals lesen wirst, im Leuchten der kleinen Kerze, die schon bald erlischt.
Mich trägt der Gedanke an dich durch die Nacht.
So romantisch wie es auch klingen mag; an mir zehrt dieser Gedanke.
Er entfacht sich lichterloh in meinem Kopf, zuerst mit Euphorie, dann mit Angst.
Ich sehne mich nach dir. Mir brennt mein Herz.
Mich fürchtet's vor meinem eigenem Empfinden. Und mir erschließt sich nicht weshalb.
Ich weiß nicht, wieso ich mich so nach deinen Worten sehne.
Mir fehlt es nicht an Eigenliebe - ich bin kein Mann von bescheidener Natur.
Doch trotzdem liebe ich jedes warme Wort von dir.
Normalerweise zieht es mich nicht so an Menschen heran, ich beschreite lieber meine eigene Wege.
Aber dennoch will ich dich mitnehmen auf meine Reise, dir von jedem Schritt erzählen,
als wäre es eine Weltumsegelung.
Deine Stille brennt mich von innen aus. Ich setze Funken nach Funken, doch du bleibst kalt.
Nie war diese Kälte so läh…

Das weiße Kaninchen

Tief in der Nacht wälze ich mich im Bett. In mir wühlt sich das Gefühl der Unruhe. Ich will stehen. Ich will laufen. Es knabbert an mir, es kitzelt, es brennt.
Die kalte Luft kühlt mein Gemüt. Aber meine Beine ruhen nicht und tragen mich durch die Straßen.
Und trotzdem liegen meine Gedanken noch im Bett und wälzen sich. Sie springen im Raum auf und ab.
Plötzlich halten meine Beine mich fest. In der grauen Dunkelheit glänzt schneeweißes Fell. Meine Augen sind fixiert. Von außen mag ich regungslos erscheinen, doch in mir wickeln sich zehntausend Szenarien ab, zehntausend Geschichten, die dieses Kaninchen zu erzählen hat. Wieso sitzt es dort und schaut mich an? Was will es mir sagen?
Mein Kopf raucht. Nervös trommele ich mit meinen Fingern auf das Innenfutter meiner Jackentaschen. Beine. Ja. Ich renne auf das Kaninchen zu. Das Kaninchen läuft weg. Doch das ist das Einzige, was mir gerade als sinnvoll erscheint. Ich kann ja nicht einfach stehen bleiben. Ich will einfach nicht stehen bleib…

Kommentar zu "Der brave Herr Schulz", oder: MEGA!

Dieser Beitrag ist ein Kommentar zu diesem Beitrag. Also erstmal das lesen, bitte dankeschön.

Das Wichtigste gleich zum Einstieg:
Es passiert echt nicht oft, dass mich ein Beitrag im Spiegel aufregt. Das es dann noch in solch einem Rahmen passiert, als das ich mich dazu gezwungen sehe, etwas dazu zu schreiben, passiert noch viel seltener.
Und was zur gottverdammten Hölle will uns der Autor eigentlich sagen?! Erstmal ganz unabhängig davon, was er über Schulz sagt. Wieso ist die AfD der Gewinner des Abends? Nur, weil den Abend über die angeblichen "Folgen" der "Flüchtlingskrise" gesprochen wurde (übrigens - Claus Strunz ist für seine unglaublich dämlichen und vorwurfsvollen Fragen nicht zu Unrecht in die Kritik gekommen), heißt das noch lange nicht, dass der AfD wertvoller Spielraum zugekommen ist. Meiner Meinung nach ist eher der gegenteilige Fall eingetreten: Erst dadurch, dass solch penetrante und fehl am Platz wirkende Fragen gestellt wurden, die mit einer Kanzle…

Musikalischer Mittwoch - Genau in diesem Ton

Man kauft keine CDs mehr. Zumindest ist es sehr selten geworden. Schon vor mehr als zehn Jahren ist es üblich geworden, sich seine Musik einfach online zu kaufen und dann direkt schön verpackt als MP3 zur Verfügung zu haben - mittlerweile kann man auch einfach den Streaming-Dienst seiner Wahl beanspruchen und sich seine Wunschmusik quasi umsonst auf die Ohren rieseln lassen.
Ich will das auch gar nicht verurteilen, es ist ja nicht einfach so die beliebteste Methode geworden, um Musik zu konsumieren. Ohne mein Spotify-Abo wäre ich sehr, sehr unglücklich. Oder Raubkopierer.
Aber ab und zu soll es doch vorkommen, dass ich mir noch eine physikalische CD kaufe - meistens um die Werke meiner Lieblingskünstler in einem Schrank präsentieren zu können. Und weil mein Autoradio scheiße ist und nur auf CDs anspricht.
Es ist aber irgendwo auch ein kleines Abenteuer - vor allem dann, wenn man wortwörtlich nur einen Song des Albums kennt und dann auf einmal genau dieses Album für einen Spottpreis vo…

Der Krieg der 100 Catherines (#6)

Wenn wir Menschen geboren werden, sind wir sehr hilflos. Gerade im Vergleich zu anderen Tieren können wir erstmal nichts, außer schreien und saugen. Während Rehe nach den ersten wackeligen Gehversuchen schon vor Raubtieren wegrennen können, sind wir nicht mal dazu in der Lage uns innerhalb der ersten Monate im Anblick dieser Welt gerade aufzurichten. Diese doch sehr offensichtliche Schwäche im menschlichen Design hat aber einen Zweck: Würden wir "fertig" auf die Welt kommen, wären unsere Köpfe zu groß für den Geburtskanal. Da wäre es nicht nur eine schwere, sondern eine gänzlich unmögliche Geburt.

Gut, dass das Klonen mit dem Set relativ unkompliziert ist. Ich musste zwar ein paar Leitungen verlegen und eine Arschladung Isolierband benutzen, aber es funktioniert. Eine so geniale Erfindung muss nicht gut aussehen - ein Leitsatz in meinem Leben.

Ich öffne die Tür für Kitty. Das Auto gibt widerliche Geräusche von sich. Aber sie lächelt mich nur an und setzt sich mit Gefühl auf …

Musikalischer Mittwoch - Cry Baby

Pop-Musik hat es seit einigen Jahren schwer als Genre, bedingt durch die doch einfach wirkenden Strukturen der Musik. Der Markt ist geflutet von gleich klingender Musik, man muss ja einfach das Radio anmachen - die Chancen sind gut, dass man Pop zu hören bekommt.
Die massentauglichen Melodien und die doch sehr einfach gestrickten Texte geben dem Pop darüber hinaus auch noch einen grauenhaften Ruf unter musikalischen Genießern.
Wie kann man dann als Pop-Künstler positiv herausstechen?

Seit ein paar Jahren darf man beobachten, dass (vor allem in der Indiepop-Szene) mehr selbst-bezogene Lyrik zu hören ist. Die Künstler entdecken interessante und neue Blickwinkel auf allbekannte Gefühle wie Trauer, Liebe und Angst.

Ein Ergebnis dieser Bewegung möchte ich euch heute vorstellen:


Das Album Cry Baby von Melanie Martinez erschien am 14. August 2017. Das Album ist einer Spiellänge von 46:38 Minuten besstückt mit 13 Songs. Als Single-Auskopplung erschien unter anderem der Song "Pity Party&q…