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Wer wie wo was

Wenn wir geboren werden, hungern wir nach Wissen.
Wir wissen nichts, unsere Gefühle sind blank, unsere Sensorik zu ungenau.
Wir fangen also als das sprichwörtliche blanke Blatt an, wir begreifen die Komplexität des Lebens noch absolut gar nicht.
Durch Erziehung versuchen unsere Eltern uns die Spielregeln dieser Welt einzuflößen - mehr oder minder erfolgreich. Eben so gut, wie die vor ihnen es gemacht haben.
Das sadistische an der Sache ist aber, dass sie uns einfach nicht alles beibringen können.
So vieles ist intuitiv, wir bemerken es schon gar nicht mehr, wenn wir es wirklich verinnerlicht haben.

Irgendwann sind wir dann auf uns allein gestellt. Wir rohes, ungeformtes Häufchen Elend, dass seinen übermüdeten Arsch zur Schule, zur Arbeit, wohin auch immer schleift, um dem Gefühl der Unabhängikeit näher zu kommen.
Natürlich machen wir da Fehler. Eben weil wir nicht richtig vorbereitet sind. Aber wisst ihr was? Das ist okay.
Es wird uns zwar immer von außen vorgegeben "Mach was mit Hand und Fuß! Entscheide dich früh, sonst hast du keine Zukunft!", aber so funktioniert das nicht ganz. Natürlich können wir nicht Sofa-Kulen-Hersteller- und Nachbesserer von Beruf werden, aber gerade in dem Alter, in dem man mit der Schule fertig wird, können wir uns einfach nicht festlegen. Vielleicht doch. Aber wenn nicht, ist das auch okay.
Durch die falschen Entscheidungen werden wir geformt. Wir lernen mehr über uns, mehr über die Regeln der Welt. Und vielleicht schaffen wir es dann, das zu machen, was wirklich etwas zu dieser Welt beiträgt und uns glücklich macht. Es brauch aber Zeit. Aber irgendwie scheint diese überall zu fehlen. Schon ironisch, dass wir Menschen Tempo in eine Welt bringen wollen, die sich erst nach Milliarden Jahren zu dem herauskristallisiert hat, was sie jetzt ist.

Nicht nur im Berufsleben ist das Fehler machen wichtig, auch im Sozialleben.
Egal wie viele Ratgeber wir lesen, egal wie viele Dokumentationen wir uns anschauen, egal wie viele Theorien wir aufstellen: Es wird immer so sein, dass sich die Welt der Unberechenbarkeit zurechnet.
Und dann stoßen wir auf unerwiderte Liebe, kaputte Kopfhörerkabel oder peinliche Momente.
Aber das lehrt uns ja auch wieder. Es gibt einfach keine Allzwecklösung für's Leben. Dafür haben wir aber (fast) unbegrenze Versuche. Und irgendwann wird alles zusammenkommen und so laufen, wie man es wollte.

Wen man es denn zumindest versucht.

Hoffe ich zumindest.


- Dan out


Kommentare

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