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Busstation

Ulysses sitzt wie zur gewohnten Zeit auf der gewohnten Bank unter dem selben Plastikdach wie eh und je. Sein Blick schweift von den Busplänen auf den matschigen Schnee, der die Straßen in ein ödes Grau zerlaufen lässt.
Während er versucht, die Beschaffenheit des Schnees mit chirurgischer Präzision zu analysieren, betritt eine junge Dame die Szenerie und setzt sich neben Ulysses.
Natürlich rotiert sein Kopf sofort in die Richtung der jungen Frau. Er mustert sie, von den kleinen roten Stiefeln, auf denen das öde Grau des Schnee irgendwie interessant wirkt, bis zur Nasenspitze, die beinahe so rot leuchtet, als das sie ein schlechter Poet mit ihren Stiefeln vergleichen vermag.
Doch Ulysses ist kein Mann der Worte, schon gar nicht der kitschigen Variente, also ergreift er die Tat und lädt das Mädchen zum Essen ein. In das kleine, süße Restaurant, das sich zwar mit spanischer Dekoration schmückte, aber doch nur portugiesische Spezialitäten bietet. Denn da gibt es diese rundlichen, mit Kräuterbutter gefüllten Teig-Dinger, die er so liebt. Ulysses teilt seine Portion natürlich mit ihr - und sie ist hellauf begeistert.
Mit jedem Tag entdecken die beiden mehr und mehr Sachen, die sie beide leidenschaftlich vergöttern, zum Beispiel diesen einen Action-Comedy-Streifen, der eigentlich total schlecht ist. Trotzdem schauen sie sich ihn gemeinsam tausendfach an.
Für ihn ist es eindeutig, dass sie die Frau seiner Träume ist, und spontan wie er ist, stellt Ulysses ihr logischerweise einen Heiratsantrag. So heiraten sie im Dorf, wo er aufgewachsen ist, auf dem Kirchplatz, wo er als kleiner Junge immer Räuber-und-Polizei gespielt hat.
Und mit der Zeit wird diese Bindung nur stärker. Sie haben zwei Kinder, Alice, die diese markante Nase ihrer Mutter hatte, und Oliver, der auch Tatendrang im Blut hatte.
So werden sie zusammen alt und liebten sich noch, genau wie er es will.

Doch dann kam der Bus und das Mädchen stieg ein.

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