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Du schuldest niemandem etwas.

Man versucht ja immer alles so gut zu machen wie es geht, vor Allem wenn es um Menschen geht, die man mag und um die man sich sorgt. Man versucht so fair zu sein wie es geht und will keinen zurücklassen.
Doch irgendwann tritt man selbst engen Freunden auf die Füße. Es ist eigentlich unmöglich, bei niemanden Mist zu bauen, selbst wenn man so vorsichtig ist, wie es geht.

Ich denke, dass das okay ist. Manchmal muss man das tun, was für einen selbst das Beste ist, auch wenn man dann gegen das strebt, was andere denken. Natürlich gibt es hierfür Grenzen – sobald man nur der Schadenfreude wegen anderen Menschen wehtut, sowohl psychisch als auch physisch, handelt man ganz klar extrem falsch. Aber wie ich eingangs gesagt habe, manchmal passiert es doch schon, dass man es sich mit manchen Leuten verscherzt. Und dann wird man angeschuldigt. Es wird einem hinterhergesagt, man sei ein schlechter Mensch, ein Verräter oder sonst irgendetwas fernab jeglicher Realität.
Meiner Meinung nach muss man dann sowas sich nicht zu sehr zu Herzen nehmen – ich meine, man versucht ja alles, was man kann. Man handelt aus der eigenen Perspektive, die anderen Menschen nicht klar ist, was natürlich auch zu Unstimmigkeiten führen kann. Niemand weiß ganz genau, was im Kopf anderer Menschen vorgeht, wie diese Sachen aufnehmen und verarbeiten. Deswegen hat auch niemand das Recht, irgendwem Verbote und Gebote aufzuerlegen, was die Entscheidungen anderer angeht. Selbst wenn man noch so viel Arbeit in eine Beziehung mit einem Menschen steckt, kriegt man nicht automatisch das Recht, der moralische Kompass zu werden oder gar die Entscheidungen für eben jenen Menschen abzunehmen. Hier wird uns als Gesellschaft irgendwie ein falsches Bild eingehämmert, oder eher ein Bild, was nicht passt – man sagt ja generell, dass, wenn man für etwas hart arbeitet, man auch etwas zurück bekommt. Wie die Helden in Filmen, die hart trainieren und dann ihr Traummädchen bekommen. So funktioniert die echte Welt nicht. Nur weil man nett und lustig zu einem Mädchen ist, kriegt man auch nicht automatisch nach zwölf gut gemeinten Interaktionen einen Freifahrtschein für ihre Vagina – auch wenn viele (vor Allem unsichere) junge Kerle fest daran glauben (im Übrigen sollten Menschen, die nur nett sind, um in die Hosen von anderen Menschen zu kommen, mal ganz gut ihre Ideale überprüfen – ist das nicht irgendwie hinterhältig, sich erstmal zu verstellen, nur um dann Sex zu haben? Wie soll sich der andere Mensch dann bitte fühlen?). Solche Menschen vergessen dann, das die Objekte ihrer Begierde eigenständige menschliche Wesen sind, mit eigenen Motivationen und Vorlieben. Wenn dann diese „Balztänze“ fehlschlagen, sind die Initiatoren extrem frustriert, werden teilweise sogar aggressiv gegenüber der anderen Person und verstehen die Welt nicht mehr (been there, done that). Diese andere Person fühlt sich dann ihrem „Freund“ gegenüber dann schlecht – man fühlt sich schuldig beziehungsweise als ob man in einer Schuld stünde.
Aber wie gesagt – das ist Bullshit. Wenn man sich solcher Schuldgefühle hingibt, dann macht man nur noch mehr kaputt, als es sowieso schon war. Und das macht unnötig Kopfaua. Brauch keiner.

Wenn man sich für irgendwen verbiegen muss, um ihm zu gefallen, dann endet das nur im Desaster. Irgendwann kommt die Maskerade raus, und alles fühlt sich verletzt, obwohl sowas von vorne rein zu sehen war.

Der aufmerksame Leser merkt schon, dass ich keinen Punkt mehr hinzufügen kann und verlangt jetzt nach einer Anleitung für's Bessermachen.
Aber ich bin hier mit meinem Latein am Ende – ich hab von sowas keine Ahnung. Ich weiß selber nicht, wie man es besser macht. Ich wünschte, ich wüsste es oder könnte eine bessere Antwort geben. Vielleicht ist es einfach Chemie, die einem sagt, wie viel man sich beeinflussen lässt – und wenn man dann zusammen passt, dann kommt die Freundschaft oder Beziehung oder keine Ahnung was auch von alleine. Kann gut sein, vielleicht gibt es aber auch irgendeine Geheimformel, die ich nicht kenne.
Generell kann ich nur sagen, dass man einfach versuchen sollte, sich erwachsen zu verhalten und zu diskutieren. Vor echten Freunden sollte man keine Scham haben – und ein paar Meinungsverschiedenheiten sollten nicht gleich eine Freundschaft töten.



… oder?


- Dan out

Kommentare

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