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Das Mädchen, das es nicht gibt

Ein komisches Gefühl.
Klar, manchmal hat man einfach so das Gefühl, man hätte seinen Namen in einem Gespräch gehört, obwohl man nicht angesprochen wurde, oder man sieht jemanden winken, obwohl es nur das Auge ist, das einen betrügt.

Aber dieses Gefühl ist anders.

Es ist so ein Gefühl, von dem man nachts aufwacht, sich zur Seite rollt, und einen Menschen erwartet, der einfach nicht da.
So eine Art Sicherheit, die mit einem Schlag sich in Selbstzweifel wandelt und einem enttäuschtem Seufzen.
Oder man läuft in einer Stadt umher, schaut sich die Leute an, die sich ihrem Alltag widmen, und plötzlich übermannt einen dieser unglaubliche Sinn der Zielstrebigkeit. Man läuft, und läuft, und läuft in eine Richtung, um am Ende erfüllt einen die Leere. Diese schmerzhafte Leere, als hätte man versagt - obwohl es doch kein Ziel gab.

Und irgendwann merkt man doch dieses Loch. Es ist wie jemanden zu vermissen, den man noch nie gesehen hat. Aber man weiß genau, welcher Mensch einem fehlt. Dieses Lächeln, das im Nichts erstrahlt. Das schwingende Haar, das im Licht wie ein Trugbild scheint - vielleicht, weil es eins ist.

So steht man in einer Menschenmenge und meint, sie gesehen zu haben und es erfüllt einem irgendwie mit Zufriedenheit, so eine seltsame Art der Romantik.
Noch stärker ist dieses Gefühl, wenn man meint, diesen so mysteriösen und doch so bekannten Menschen kennen zu lernen.
Aber lernt man ihn näher kennen, so zerbröckeln die Annahmen von diesem einst so perfektem Menschen. Und dann ist man enttäuscht. Weil man sich selbst falsche Vorstellungen gemacht hat.

Man sucht wie bescheuert, als wäre es eine Sucht, die in der Seele brennt, oder eine fies juckende Stelle, an die man nicht rankommt. Aber irgendwann realisiert man, dass die Fantasie mit einem durchbrennt und verliert das Bild von dem Mädchen, das es nicht gibt.

Vielleicht realisiert man dann endlich, dass Perfektion nicht gefunden werden kann. Zumindest nicht wie einen 5€-Schein, so einfach auf der Straße an einem sonst langweiligen Dienstag-Nachmittag. Irgendwann lernt man ja doch jemanden kennen, der einem eben dieses Gefühl geben kann, das man so sehnsüchtig erfahren wollte - auch ohne diese grässliche Enttäuschung. Und vielleicht ist es dann auch so romantisch, dass man dieses Gefühl der Vertrautheit erfährt und es erst gar nicht merkt - und dann kommt alles auf einmal auf einen zu.

Zumindest hoffe ich, dass jeder irgendwann sowas erleben kann. Nicht unbedingt jetzt, oder morgen, oder in einem Jahr - aber irgendwann. Abwarten. Wird schon.


- Dan out


P.S.: Inspiriert wurde ich hiervon. Wunderschönes Lied.

Kommentare

  1. http://img-9gag-lol.9cache.com/photo/aXEjR7d_700b.jpg

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  2. Deine Texte fesseln deine Leser. Man versucht deine Metaphern und Vergleiche nachzuvollziehen und beim Resultat ist man erstaunt, das all das was man in den Jahren sagen wollte hier so gut auf den Punkt gebracht worden sind. Weiter so! :)

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