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Pampel-Muse

Ich war vor kurzem bei einer Freundin, die ich seit so ungefähr einem Jahr nicht gesehen hab. Sie hat ihr FSJ gemacht, ich habe studiert, und Distanz führt halt dazu, dass man sich seltener sieht. Ist jetzt aber nicht so wichtig.
Jedenfalls ist diese Freundin schon immer eine große Inspiration gewesen. Nicht weil ich sie beeindrucken wollte, sondern weil sie einer dieser furchtbar kreativen Menschen ist. Und damit meine ich nicht die "Ich-mache-mein-Facebook-Cover-schwarz-weiß"-Sorte kreativ, die sich Kalendare mit aufmunternden Sprüchen kaufen und über ihrem Bett die Worte "Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum" prangern haben, sondern wirkliche und echte Kreativität. Schon irgendwie gruselig manchmal.
Jedenfalls macht sie einfach Sachen, so scheint es mir zumindest, einfach weil sie die Kreativität erschlägt - vielleicht ist das ja bei ihr so, dass sie sonst überzuckert und dann stirbt. Nur eben mit Kreativität (wenn ich das so hinschreibe - klingt wie eine mega geile Art und Weise abzutreten).
Und anscheinend ist das ansteckend, zumindest temporär.
Ich kriege dann immer sofort Lust, irgendwas zu schreiben, zu zeichnen oder jemanden mit unharmonischen Klängen zu verärgern oder eben sowas in der Richtung.
Man könnte diese Freundin ja schon fast als Muse meinerseits bezeichnen. Mach ich aber nicht. Muse hat für mich immer so eine erotische Konnotation, irgendwas entfernt romantisches, oder einfach ganz knallharte Lust.
Aber ich mach das ja nicht, um sie zu beeindrucken. Verdammt, ich will ja gar keinen Beeindrucken. Früher vielleicht, ja, ein paar Gedichte oder klebrig-romantische Geschichten für die Objekte meiner Begierde gezaubert. Steht bloß nicht jeder drauf. Beziehungsweise sehr wenige. Vor Allem wenn man 14 ist und eigentlich nur Mist verzapft.
Aber hey, wenn man so überhaupt mal was zu Papier bringt - sehr gut! Kann man ja wenigstens als Übung ansehen.
Für mich selbst etwas zu machen ist mir aber auch ein sehr komisches Konzept - wieso sollte ich mich verbessern, wenn ich mich so lieben soll wie ich bin? Ich brauch doch nicht mehr Selbstvertrauen, davon hab ich schon genug! Oder auch nicht.
Vielleicht braucht man manchmal auch ein paar stupide und oberflächliche Gründe, um etwas wunderbares zu schaffen. Ist ja auch eigentlich gar nicht so verwerflich, Hauptsache, das Endprodukt ist gut und dem Auserwähltem oder der Auserwählten gefällt's.

Um zurück auf diese Freundin zu kommen:

Als wir uns verabschieden wollten und ich mich schon wieder voller Energie und Selbstvertrauen an meine Schreibwerkzeuge machen wollte, fing sie noch an, von einem gemeinsamen Schulfreund zu sprechen, der "Pampel" im Namen trägt.
Sie sagte: "Hey, wenn er eine weibliche Inspirationsquelle hätte, dann wäre das seine Pampel-Muse!".

Ich schmunzelte, weil ich genau wusste, dass ich irgendwann davon schreiben würde.



- Dan out

Kommentare

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