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Es werden Posts vom 2015 angezeigt.

Der Krieg der 100 Catherines (#2)

Entropie bezeichnet das Phänomen, dass zum Beispiel Gase sich in Räumen ohne bestimmte Ordnung verbreiten. Man kann schlecht voraussagen, wie genau sich die Atome in dem Raum verteilen werden.
Ich ziehe hier gerne Parallelen zum Alltagsleben. Man weiß nie, wie genau der Tag ablaufen wird. Man hat zwar eine generelle Richtung, in die der Tag verlaufen wird, aber die Details erschließen sich erst mit dem Verlauf des Tages.
Catherine hingegen ist das beste Beispiel für menschliche Entropie. Man weiß nie, wie sie reagieren wird - sie hat zwar ein paar Standardkategorien von Antworten oder Aktionen, doch wird man erst sehen, wie viele Probleme man für eine Aktion hat, wenn sie dann reagiert.

Der blonde Teufel steigt in mein Auto und schaut mich unterkühlt an. Reflexartig greife ich Richtung Lüftungssystem und erhöhe die Hitze.
Sie hat zwar nur eine echt schäbige Jogginghose und ein altes Shirt von mir an, doch trotzdem kann ich meinen Blick nicht von ihr abwenden. Und das merkt sie. Sie hä…

Der Krieg der 100 Catherines (#1)

Wenn ihr jemanden umbringen wollt, dann nicht jemanden, mit dem ihr sowieso regen Kontakt habt. Ich kann verstehen, wenn man mal die Freundin erwürgen möchte oder die eigenen Eltern weniger lebendig eine doch ganz gute Form machen würden, aber nein. Zu viele Spuren. Wisst ihr, wie viele Haare, Hautschuppen und Rotze wahrscheinlich in ihren Lebensräumen von euch da rumfliegen? Da kann man viel zu schnell gefasst werden.
Wie ich darauf komme?
Naja, da muss ich ein bisschen erklären.

Ich bin zwar nicht besonders helle, zumindest nicht im klassischen Sinne, aber wenn ich eine Fährte aufgenommen habe, verfolge ich die auch bis zum bitteren Ende.
Da kam mir der Do-it-yourself-Baukasten für eigene Klone gerade richtig.
Folgende Situation:
Ich habe eine wunderschöne Freundin, Catherine. Schlank, kurvig, blond, schöner Vorder- und Hinterbau. Was Mann eben so mag. Witzig ist sie auch noch. Und spannend. Kein Wunder, dass sie mich in ihren Bann gezogen hat.
Das einzige Problem was ich mit ihr hab…

#1

Gebannt glotzen wir auf die unscheinbare Netflix-Nutzeroberfläche.
Ich seufze.
"Also, was wollen wir gucken? Hast du Lust auf einen stumpfen Actionstreifen, was lustiges, oder vielleicht ein paar Folgen My little Pony...?
Ich grinse hämisch und schaue in ihr Gesicht. Diesen Gesichtsausdruck hat sie immer, wenn ich irgendwas dummes sage - aber irgendwie mag ich ihn. Vielleicht, weil sie immer schmunzelt, wenn ich ihr in die Augen schaue. Deswegen sage ich gerne dumme Sachen in ihrer Nähe. Vielleicht ist es aber auch nur, weil ich mich es traue, dumme Sachen in ihrer Nähe zu sagen.
"Zum letzten Mal, nein. Ich weiß nicht was du überhaupt daran so super findest!"
Sie lacht.
"Naja, ich hab zumindest Geschmack, im Gegensatz zu dir..."
Aus ihr kommt nur ein Geräusch, was man wohl am besten mit Skepsis beschreiben könnte.
Sie drückt mich runter, ich liege mit meinem Kopf auf dem Kissen.
Mit einer federleichten Bewegung positioniert sie sich auf meinem Becken und d…

Die kleine Katze

Es war einmal eine kleine Katze. Ihr Fell war gülden, es glänzte wunderschön im Sonnenlicht. Und obwohl die kleine Katze so klein und süß war, war sie doch eine Kämpferin! Sie war mutig, tollkühn und immer für ein Abenteuer zu haben. Sie kämpfte voller Tatendrang gegen kleine und große Monster, weil sie das Gute in der Welt liebte. Aber meistens war sie alleine, weil sie dachte, dass sie alleine besser kämpfen kann. Wenn sie doch mal traurig wurde, konnte sie zu ihrem besten Freund gehen. Ihr bester Freund war der große Bär. Der große Bär war ein kuscheliger und gemütlicher Zeitgenosse. Er war nicht so eifrig wie die kleine Katze, aber hörte immer gerne zu, wenn sie von ihren Abenteuern nach hause kam. Und wenn die kleine Katze mal traurig war, dann nahm der große Bär sie in den Arm und beiden ging es dann gleich viel besser. Eines Tages merkte die kleine Katze aber, dass sie nicht mehr alleine auf Abenteuer gehen sollte. Sie hat sich schon oft genug verlaufen und war dann viele Tage…

Queen of Hell

Und alle starben und an meinen Händen klebte Blut. Mein Gesicht wurde von einem Grinsen verziert, mit dem ich die Welt erobern würde. Ich weiß, ich weiß, das war jetzt alles ein bischen plötzlich und spontan, doch lasst mich das erklären. Ich bin Louisa, Königin der Hölle, Herrscherin des Schmerzes, Hüterin der Boshaftigkeit. Alles Böse auf dieser und anderer Welten ist mir unterstellt. Meine Dämonenkräfte suchen ihresgleichen. Ich wurde ja nicht einfach so die Königin der Hölle. Auch wenn mein Aussehen vielleicht etwas geholfen hat. Ihr fragt euch bestimmt, was man so als Königin der Hölle Tag für Tag macht. Größtenteils ist es Verwaltungskrams – eben die bösen Burschen, die mal auf der Welt gewandelt sind, in die verschiedenen Kreise der Hölle einordnen. Dabei kann ich mich kreativ so wirklich auslassen. Die Hölle soll ja ihren Namen verdienen. Aber manchmal begebe ich mich doch selbstständig hoch, um selber ein paar Seelen einzusammeln. Manchmal ist das ja doch ganz spannend, beso…

Deeper Shit

Sie durchforstete die Sammlung an überteuerten Stofffetzen, während er sich an ihren Schultern abstützte. Im Laden lief einer der Sommerhits des vergangenen Jahres - "Prayer in C" in der Interpretation von Musikmacher Robin Schulz. Sie hielt inne. "Was los?" fragt er das verdutzt dreinschauende Gesicht.
"Ist dir eigentlich mal aufgefallen, dass der Song total religionskritisch ist?"
"Mh, ja, doch, ich dachte das ist offensichtlich..."
"Nein! Also doch, ja, aber mir glaubt das nie einer!"
"Huh. Ich meine es heißt doch schon "PRAYER in C". Und der Text handelt von Verzweiflung, von der Unfähigkeit zu verzeihen, was wohl eine größere Macht verbockt hat."
"Ja, genau! In der Disko tanzen alle dazu. Dabei ist der Song doch total depressiv."

So offensichtlich ist der Text dann wohl doch nicht. Wenn denn überhaupt einer auf den Text achtet.
Sowas gibt einem doch schon zu denken. Wie viel konsumieren wir eigentlich…

Der Buh-Mann

"Ich liebe dich" blinkt auf ihrem Display auf.
Verdutzt schaut sie auf das leuchtende Glas, ihr Atem stockt leicht.
Auf der anderen Seite wartet ein junger Herr, der gerade denkt, er hätte das Beste getan, was in diesem Moment möglich ist und spricht die nur gut gemeinte Wahrheit aus.
Keiner sagt mehr was, es wird auf beiden Seiten leicht unangenehm.

Solche Situation hat jeder Mensch, der mit dem Internet aufgewachsen ist, bestimmt schon mal erlebt.
Und irgendwie denkt man, das die Person, die hier seine Gefühle offenbart, der Underdog ist, derjenige, der "besser" handelt. Zumindest hat man eher Mitleid mit diesen Menschen, die ihr Herz gebrochen kriegen.
Ist ja natürlich scheiße - in einem Moment werden die ganzen Fantasien, Glücksgefühle, Hoffnungen und Pläne zerstört. Wie mit einem Hammer, der unaufhaltsam einen Eisblock spaltet. Tut wahnsinnig weh, wenn Gefühle nicht erwidert werden.

Doch auch für den, der "Nein" sagen muss, ist das eine wahnsinnig sc…

Ein offener Brief an die AfD

Liebe AfD!

Ich mache mir Sorgen um dich.
Es scheint, als würden dich viele Dinge sehr beunruhigen.
Mir kommt immer wieder zu Ohren, dass du dich für völlig sinnlose Sachen einsetzt und gegen alles wetterst, was eine Präsenz hat.
Ist irgendwas schlimmes passiert? Brauchst du die Aufmerksamkeit?

Anlass dieses Briefes ist etwas, was du die Tage auf Facebook gepostet hast.

Du sagst, die Deutsche Wildtierstiftung hat herausgefunden, dass die Hälfte aller Kinder noch nie auf einen Baum geklettert ist. Kannst du mir vielleicht verraten, was die Wildtierstiftung mit Kindern zu tun hat?
Naja, ist ja auch nicht so wichtig.
Du sagst, " der elektronische Zeitgeist wirbelte tornadoartig durch Stuben, Kinderzimmer, Büros".
Ich kann deine Angst echt gut dabei verstehen - Handys und Computer sind sau gefährlich.
Wir wissen ja alle, dass Handys unsere Gehirne von innen heraus braten und das Krebs nur durch Handys, Mikrowellen und Islamisten entsteht. Das hat vielleicht auch die Wildtierstiftun…

Alter-Sack-Fresse

Hi. Ich bin 19. Ja, 19. Ja, ich sehe alt aus. Ich weiß. Ist 'ne riesen Bürde.
Wie manche Menschen ein Baby-Gesicht haben, habe ich eine Alter-Sack-Fresse. Lustige Anekdote, ich war vor 3 Jahren auf dem Kalldorfer Karneval unterwegs. Dort war ich mit ein paar meiner etwa gleich alten Freunde unterwegs, und plötzlich wurden wir von zwei recht gut angetrunkenen Herren angehalten, die uns gemustert haben. Nach ein paar prüfenden Blicken fängt der Eine der Beiden an zu stammeln. „Ey! Ihr da! Ihr seht so alle 16 oder 17 aus!“ Der Zweite stimmt mit ein, zeigt auf eine Freundin „Joah, die ist bestimmt so 16!“. Auf einmal kriegt der Andere einen Blick der Erkenntnis, glotzt mich mit riesigen Augen an, streckt seine Hand in meine Richtung und stammelt „DER IST 23! DER HAT EINEN BART!“
Klar hat das seine Vorteile, wenn man älter aussieht, als man ist.
Ich musste beim Kauf von Alkohol noch nie meinen Ausweis zeigen, und wer mich nicht kennt, hat ziemlichen Respekt vor mir. So sieht mein nervöses Bar…

The Zone

Ich war vor kurzem beim Friseur. Faszinierend, ich weiß, aber es hat schon einen Sinn, dass ich so eine Nichtigkeit erwähne.

Es gibt ja viele verschiedene Arten von Friseuren.
Solche, bei denen man schon sein ganzes Leben ist und immer den selben Schnitt bekommt, der eigentlich recht langweilig ist, einem dann aber doch gutes Geld (plus saftigem Trinkgeld) wert ist,
solche, die für manche Menschen schon einen Therapeuten ersetzen (man redet sich alle Sorgen vom Leib, der Haarschmied hat ja keine andere Möglichkeit als einem zuzuhören, darüber hinaus ist eine Typveränderung beim Friseur recht erschwinglich),
und dann noch solche, für die das Frisieren wahre Kunst ist.

Bei so einem war ich vor kurzem.
Der Mann wusste von seinem Werk Bescheid wie kein Zweiter und hat jedes Haar Teil eines Kunstwerks werden lassen, dass ich jetzt jeden Tag auf meinem Kopf herumtragen werde.
Viel geredet hat er nicht, aber meine Güte, so wie er sich konzentriert hat war das auch kein Wunder.
Und da habe ich…