Direkt zum Hauptbereich

Die kleine Katze


Es war einmal eine kleine Katze.
Ihr Fell war gülden, es glänzte wunderschön im Sonnenlicht.
Und obwohl die kleine Katze so klein und süß war, war sie doch eine Kämpferin!
Sie war mutig, tollkühn und immer für ein Abenteuer zu haben.
Sie kämpfte voller Tatendrang gegen kleine und große Monster, weil sie das Gute in der Welt liebte.
Aber meistens war sie alleine, weil sie dachte, dass sie alleine besser kämpfen kann.
Wenn sie doch mal traurig wurde, konnte sie zu ihrem besten Freund gehen.
Ihr bester Freund war der große Bär.
Der große Bär war ein kuscheliger und gemütlicher Zeitgenosse. Er war nicht so eifrig wie die kleine Katze, aber hörte immer gerne zu, wenn sie von ihren Abenteuern nach hause kam.
Und wenn die kleine Katze mal traurig war, dann nahm der große Bär sie in den Arm und beiden ging es dann gleich viel besser.
Eines Tages merkte die kleine Katze aber, dass sie nicht mehr alleine auf Abenteuer gehen sollte. Sie hat sich schon oft genug verlaufen und war dann viele Tage ganz alleine!
Und einmal hat sie sich ganz böse verletzt, als sie auf dem Weg nach hause war! Doch zum Glück war da noch der große Bär in der Nähe. Aber darauf konnte sich die kleine Katze nicht verlassen.
„Großer Bär!“ sagte die kleine Katze „Ich will nicht immer nur alleine unterwegs sein. Das ist langweilig!“.
„Kleine Katze.“ brummte der große Bär „Im Wald gibt es so viele nette Tiere, frag doch da mal nach!“
So ging die kleine Katze in den Wald, wo die anderen Tiere wohnten.
Als erstes traf sie auf den schnellen Raben. Der schnelle Rabe war ein begabter Flugkünstler und schneller als ein Pfeil.
Da war die kleine Katze begeistert! „Wie schnell der schnelle Rabe doch ist! Mit ihm bin ich noch viel schneller unterwegs als mit meinen kleinen Beinen!“ dachte sich die kleine Katze.
Also nahm die kleine Katze den schnellen Raben mit auf ein Abenteuer.
Die kleine Katze musste zum Bau der Igel-Familie, weil sich dort ein böser Dachs eingenistet hat.
Der schnelle Rabe nahm die kleine Katze auf seinen Rücken und flog geschwind zum Bau. Zusammen brauchten sie nur einen halben Tag!
Als die beiden am Igel-Bau ankamen, wartete die Familie schon draußen. Sie waren sehr nervös!
Mutig schwang sich die kleine Katze in den Bau und kroch in Richtung des bösen Dachs.
Nach kurzer Zeit merkte die Katze, dass sie alleine war. Enttäuscht kroch sie aber weiter in den Bau hinein und verscheuchte alleine den bösen Dachs. Er hätte sie beinahe gebissen, doch sie war schneller als er!
Die kleine Katze kam aus dem Bau wieder heraus und fand den schnellen Raben, der gelangweilt vor dem Bau steht.
„Ich krieche doch nicht unter die Erde, ich bin ein Vogel! Ich gehöre in die Luft und nicht in so schmutzige Löcher! Da mache ich mir mein schönes Federkleid noch dreckig!“ sagte der schnelle Rabe.
Davon war die kleine Katze sehr enttäuscht. „Wer mit mir Abenteuer bestreiten will, muss sich auch dreckig machen können!“ erwiderte die kleine Katze.
Niedergeschlagen ging sie alleine nach Hause und danach zum großen Bären.
Aufmerksam hörte er ihr zu. Der große Bär nickte nachdenklich.
„Hm. Vielleicht solltest du mal den flinken Hasen fragen, der wohnt doch sowieso unter der Erde. Und schnell ist er auch!“ brummte der große Bär.
Also ging die kleine Katze am nächsten Tag voller Vorfreude zum flinken Hasen.
Der flinke Hase war sehr nett, also ging die kleine Katze mit ihm zum nächsten Abenteuer.
Dieses mal wollte die kleine Katze zu einem Schatz, der in einer Mühle verborgen war. Sonst hatte sich noch keiner in diese Mühle getraut.
Die kleine Katze kletterte auf den Rücken des flinken Hasen. Wieder einmal war die kleine Katze viel schneller mit ihrem neuem Freund als sie es alleine je hätte sein können!
Vor der Mühle war ein gefährlicher Weg, der überzogen war von Stolpersteinen, Dornenbüschen und kratzigen Brennesseln.
Doch auch diese Hürde meisterte das Team ohne Probleme.
Der flinke Hase war unglaublich wendig und huschte geschmeidig durch alle Hindernisse.
Als beide an der Mühle ankamen, sah die kleine Katze, dass die Tür mit einem riesigem Stein ersetzt wurde, der wie ein großes Rad aussah! Vielleicht war das der Mühlstein?
Die kleine Katze lehnte sich mit aller Kraft gegen das steinerne Rad und konnte sich gerade so durch die schmale Öffnung zwängen, die sich ihr öffnete.
Kaum war sie durch, fiel das Rad auch wieder zurück.
„Komm! Du schaffst das!“ rief die kleine Katze.
Der flinke Hase stemmte sich gegen den Stein, doch nichts bewegte sich.
Er hustete und prustete, doch egal wie sehr er sich anstrengte, der Stein bewegte sich nicht.
„Ich mag nicht mehr, ich geh jetzt nach hause!“ schimpfte der flinke Hase.
„Nein, bleib doch noch! Vielleicht kann ich dir helfen!“ rief die kleine Katze.
Doch es war schon zu spät. Der flinke Hase war nicht mehr zu hören oder zu sehen.
Enttäuscht kletterte die kleine Katze die Mühle empor.
Sie fand zwar die Kiste voller glitzernder Steine, doch konnte sie sich wieder nicht so recht freuen, weil sie schon wieder einen Begleiter verloren hat.
Wieder ging sie alleine nach hause, um dem großen Bären von ihrem Tag zu erzählen.
Der große Bär war auch nicht zufrieden.
„Mhm, mhm. Ich weiß nicht. Rede mal mit dem schlauen Fuchs. Der ist wendig, stark, und auch noch sehr schlau!“ brummte der große Bär.
Die kleine Katze schöpfte neue Hoffnung. Mit einem Grinsen begrüßte sie den neuen Tag und die neuen Möglichkeiten.
Auch der schlaue Fuchs war schnell begeistert von der kleinen Katze.
Gemeinsam gingen sie auf das größte Abenteuer, dass die kleine Katze jemals bestritten hat.
Das Ziel war die Drachenhöhle. In ihr wohnte der grausame Drache, der die Tiere im Wald schon seit Jahren in Angst und Schrecken versetzte.
Die Fallen vor der Höhle waren für das Team mühelos überwindbar. Im Gleichschritt sprangen sie über Gruben, Pfützen und Löcher.
Ohne Rast und ohne Pause sprinteten der schlaue Fuchs und die kleine Katze immer tiefer in das Verlies des Drachen. Langsam, aber sicher, hörten sie das Knistern des Feuers. Der grausame Drache konnte nicht mehr weit sein.
Und tatsächlich! Da war er auch schon! Er war riesengroß, seine Schuppen glühten kaminrot.
Die kleine Katze klammerte sich an den schlauen Fuchs, sie hatte fürchterliche Angst, obwohl sie sonst so mutig war.
„Wer wagt es, sich in meiner Höhle aufzuhalten?!“ brüllte der grausame Drache.
Noch konnte er die kleine Katze und den schlauen Fuchs nicht sehen.
„Ich habe eine Idee. Siehst du die Steine, die von der Decke hängen?“ flüsterte der schlaue Fuchs.
Er zeigte genau über den Drachen. Spitze Steine hingen von der Decke hinab, und sonderlich fest verankert sahen sie auch nicht aus. Die kleine Katze nickte.
„Gut. Ich lenke den Drachen ab, und du schleichst dich von hinten an. Dann schmeißt du einen kleinen Stein gegen diesen spitzen Felsen. Der fällt dann runter und tötet den Drachen!“ erklärte der schlaue Fuchs.
Kaum das die Besprechung vorbei war, schnellte auf einmal die Klaue des Drachen an den beiden vorbei!
„Ihr werdet mich niemals besiegen, ihr winzigen Tierchen!“ gröhlte der grausame Drache durch die Höhle.
Wagemutig sprang der schlaue Fuchs vor den schützenden Felsen und streckte dem Drachen seine Zunge entgegen. „Nanana, du doofer Drache! Mich kriegst du nie!“ verspottete der schlaue Fuchs den grausamen Drachen.
„Na warte, dir werde ich schön einheizen!“ fauchte der grausame Drache.
Er holte tief ein und spuckte hell leuchtende Feuerbälle in die Richtung des schlauen Fuches.
Der schlaue Fuchs entkam dem Feuer nur ganz knapp: Sein Schwanz hatte sogar Feuer gefangen!
Während dessen schlich sich die kleine Katze ganz leise hinter den grausamen Drachen. Das Untier war vollkommen abgelenkt.
Doch leider stolperte die kleine Katze über den stacheligen Schweif der Echse!
Der grausame Drache drehte sich um und schnappte sich die kleine Katze.
Wehrlos lag diese am Boden. Sie schaute sich um. Der schlaue Fuchs war nicht zu sehen. In heller Panik schaute sie sich weiter um, als sie einen dicken, runden Stein entdeckte. Sie griff beherzt zum Stein und warf ihn mit letzter Kraft über den Drachen. Doch der spitze Fels regte sich nicht.
„Haha, daneben! Und jetzt werde ich dich verschlingen!“ lachte der grausame Drache.
Die kleine Katze dachte, es wäre ihr Ende, als der grausame Drache in ihre Richtung schnappte.
Doch plötzliche fing es an zu knacken. Der grausame Drache hielt inne.
Die kleine Katze hatte doch perfekt getroffen! Der spitze Fels brach ab und erschlug den grausamen Drachen. Sobald sich der feste Griff lockerte, lief die kleine Katze los, um den schlauen Fuchs zu suchen.
Der schlaue Fuchs kauerte, mit dem angebrannten Schwanz in der Pfote, hinter einem Felsen weiter vorne in dem Verlies.
„Wir haben es geschafft!“ jubelte die kleine Katze. „Ja, stimmt! Das haben wir!“ jubelte der Fuchs. Stolz gingen beide zum Wald zurück. Zusammen wollten sie den Bewohnern von ihrem glorreichem Sieg erzählen.
Ich kenne eine Abkürzung. Schau mal, ob du schneller bist als ich.“ sagte der schlaue Fuchs und zeigte auf einen dunklen Tunnel. Die kleine Katze nahm diese Herausforderung natürlich an.
Wir sehen uns draußen!“ rief der schlaue Fuchs.
Die kleine Katze rannte wie von der Tarantel gestochen über Stock und Stein. Sie sprang über zischende Schluchten, brennende Gruben und unendlich tiefe Löcher.
Plötzlich blieb die kleine Katze stehen. Vor ihr war nur eine Wand, kein links, kein recht. Nur eine Wand.
Der schlaue Fuchs hat mich reingelegt!“ dachte die kleine Katze. Schnell rannte sie zurück und suchte den richtigen Weg nach hause.
Als sie endlich im Wald ankam, fande sie die Tiere des Waldes um den schlauen Fuchs versammelt.
... Und dann habe ich den spitzen Felsen an der Decke so abgeworfen, dass er genau auf den Drachen fiel! Ganz alleine“ prahlte der schlaue Fuchs. Die Tiere des Waldes klatschten und jubelten.
Hoch lebe der schlaue Fuchs! Er hat uns vom Drachen erlöst!“ riefen sie im Chor.
Die kleine Katze war erst sehr erstaunt, doch dann war sie traurig. „Ich war das doch! Ich habe den Drachen besiegt!“ schrie sie. Doch ihr glaubte keiner.
Sie fing an bitterlich zu weinen. Die kleine Katze stapfte mit Tränen im Gesicht zum großen Bären.
Ich weiß da was.“ brummte der große Bär.
Er gab der kleinen Katze einen noch kleineren, blauen Stein, der im Mondlicht glänzte.
Nimm diesen Stein immer mit, wenn du unterwegs bist. Er wird dich an mich erinnern. Dann bist du schneller als der Rabe, flinker als der Hase, und schlauer als der Fuchs. Aber dafür musst du an dich glauben. Ich werde immer an dich glauben. Ich kann zwar nicht immer bei dir sein, aber mit diesem Stein weißt du, dass ich immer an dich denke.“
Die kleine Katze war gerührt. Ab jetzt wusste sie, dass sie niemals alleine war, und immer wenn sie einsam wurde, konnte sie den Stein in ihrer Tasche fühlen und wusste sofort, dass die Freundschaft des großen Bären für ewig war.

Kommentare

  1. Huii, eine Fabel. Kawaii! :) sehr süß geschrieben :)
    Auch wenn ich nicht ganz verstehe, was die moral ist... man soll sich keine neuen Freunde suchen, weil die eh nicht zu einem passen? Oo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, verdammt. So wollte ich das nicht klingen lassen...
      Eigentlich sollte die Moral sein, dass das, was man schon hat, manchmal genug sein kann. Es muss einem eben nur bewusst werden.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kommentar zu "Der brave Herr Schulz", oder: MEGA!

Dieser Beitrag ist ein Kommentar zu diesem Beitrag. Also erstmal das lesen, bitte dankeschön.

Das Wichtigste gleich zum Einstieg:
Es passiert echt nicht oft, dass mich ein Beitrag im Spiegel aufregt. Das es dann noch in solch einem Rahmen passiert, als das ich mich dazu gezwungen sehe, etwas dazu zu schreiben, passiert noch viel seltener.
Und was zur gottverdammten Hölle will uns der Autor eigentlich sagen?! Erstmal ganz unabhängig davon, was er über Schulz sagt. Wieso ist die AfD der Gewinner des Abends? Nur, weil den Abend über die angeblichen "Folgen" der "Flüchtlingskrise" gesprochen wurde (übrigens - Claus Strunz ist für seine unglaublich dämlichen und vorwurfsvollen Fragen nicht zu Unrecht in die Kritik gekommen), heißt das noch lange nicht, dass der AfD wertvoller Spielraum zugekommen ist. Meiner Meinung nach ist eher der gegenteilige Fall eingetreten: Erst dadurch, dass solch penetrante und fehl am Platz wirkende Fragen gestellt wurden, die mit einer Kanzle…

Writing Prompt #1

Die Idee für den folgenden Text stammt von Reddit. Die "Aufgabe" lautet wie folgt:
"We finally get men on Mars and they discover an old Soviet flag placed down decades ago. The Soviets won the space race but for whatever horrifying reason didn't say anything."




Eingehende Übertragung. Annehmen?

>JA

Übertragung angenommen.

Starte Wiedergabe von Übertragung "EMERGENCY_BROADCAST_2059-04-12-0954".

...

...

ÜBERTRAGUNG START:

Ich hoffe, irgendwer wird das hier noch lesen...
Ich habe mich versteckt, sitze in der Kommunikationszentrale und tippe diese Zeilen, damit ihr zuhause wisst, wieso wir nicht mehr nach Hause kommen werden. Scheiße, sie sind bestimmt schon im Schiff...
Mein Name ist Private Arrington, ich wurde mit meiner Truppe auf eine Mission geschickt, um den Mars zu bemannen. Wir sollten die Ersten sein, die hier leben werden, für immer.
Doch wir waren nicht die Ersten. Ich hatte schon beim Start so ein beschissenes Gefühl. Verdammt, wieso sind wi…

Mein Sandwich-Dämon

Hunger. Ich habe unglaublichen Hunger. Mich giert es. Dieses Verlangen, es verschlingt mich. Ein grauenhaftes Gefühl. Ich verlange nach einem Sandwich. Mit Erdbeermarmelade und Erdnussbutter.
Ich schlendere in die Küche und nehme mir meine Zutaten. Weißbrot, Erdbeermarmelade und Erdnussbutter - eigentlich total simpel. Wäre schon echt ein Wunder, wenn man kein super leckeres Sandwich mit diesen Zutaten zaubert.
Ich ziehe auf einer Scheibe Brot ein paar Wellen aus Marmelade. Von Ecke zu Ecke in einer diagonalen, geschwungenen Bewegung beschmiere ich jede Ecke. Die gleiche Choreographie vollführe ich auf der anderen Scheibe mit der Erdnussbutter.
Und während ich beide Scheiben auf einen Teller lege erblinde ich fast an dem Leuchten, dass mein halb-fertiges Sandwich von sich gibt. Instinktiv greife ich nach den Brotscheiben und klappe das Sandwich zusammen. Das Leuchten ist verschwunden. He. Komisch.
Ich nehme den Teller mit zu der Couch und lege ihn neben mich auf das Sitzkissen.
Noch b…