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Posts

Es werden Posts vom 2016 angezeigt.

Farben

"Das ist grün."
"Alter. Nein. Das ist hellblau."
"Also wenn es was helles ist, dann ist es hellgrün." Und beide gucken auf eine türkise Schale.
Bei Farben scheiden sich die Geister - vor allem wird uns Herren gerne vorgeworfen, das wir genauso gut farbenblind sein könnten, wenn es um die Wahl eines Farbtons für die gemeinsamen Vorhänge oder ähnliches geht.
Zwar ist es schon irgendwie zu erwarten, dass man den Unterschied zwischen Pink und Rosa kennt - doch bei Kamin, Zinnober  und Fuchsia ist es auch noch keine Schande, wenn man nicht sofort an die Farbe Rot denkt. Trotzdem sind gerade solche Nuancen wichtig.
Ein Neongrün ist auffällig, beinahe kreischend; ein Limettengrün ist ähnlich stark, wirkt aber doch natürlicher, da gedämmt.
Ein ähnliches Prinzip lässt sich auf eigentlich komplett alles übertragen - man sagt ja gerne, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist, sondern Abstufungen hat, Graustufen. Aber auch das ist eigentlich zu flach, das ist zu verall…

Der Krieg der 100 Catherines (#5)

Trifft ein Lichtstrahl auf ein Prisma, so zerstreut sich dieser Strahl, geordnet nach den Wellenlängen, auf, was für unser Auge wie ein Regenbogen aussieht - dargestellt auf dem Albumcover von "The Dark Side of the Moon" von Pink Floyd. Strahlt also ein Sonnenstrahl auf einen Regentropfen, passiert genau das Gleiche; in der Menge eines Regenschauers ergibt sich also der allbekannte Regenbogen im Himmel, der selbst den unemotionalsten Menschen ein entspanntes Seufzen entlocken kann.
In manch seltenen Fällen entsteht sogar ein doppelter Regenbogen! Sogar ich als Wissenschaftler kann die Ästhetik, die Magie und die Glückseligkeit bei diesem Anblick nicht abstreiten - es ist eben zuckersüß, man denkt sofort an Magie, Einhörner, den Geruch von Welpen, sowas.

Aber selbst dieser Schwall an Gedanken, der mich schon selbst fast sprichwörtliche Regenbogen kotzen lässt, ist nichts im Gegensatz zu dem, was ich da gerade vor mir habe.
Da muss ich mich jetzt aber erstmal rechtfertigen - K…

Der Krieg der 100 Catherines (#4)

Gegensätze ziehen sich an. Zumindest sagt man das so. Bei Magneten stimmt das wohl, dass sich die gegensätzliche Pole anziehen. Aber ob das bei Menschen auch stimmt?
Ich meine, ich bin ein sensibler, intelligenter, gut aussehender Mann in seiner besten Zeit, darüber hinaus auch noch sehr charismatisch, witzig, und Catherine ist... einfach scheiße.
Ich weiß nicht, was ich an ihr gefunden habe - auch wenn sie verdammt heiß ist.

Mit gebrochenem Geist und mit Gebrochenem auf dem Tisch trete ich den Heimweg an.
Die Original-Catherine hat mir noch eine frische Probe ihres Haares mitgegeben, damit ich noch einen Klon produziere. Der kleine Plastikbeutel mit der Locke, die sie frisch ausgekämmt hat, liegt auf meinem Beifahrersitz. Leicht geknickt, zerbeutelt. Wie mein Gesicht.
Mein Hals tut weh. Und in mir sträubt sich eigentlich alles. Wieso sollte ich Catherine diesen gefallen tun? Sie macht mir keine Angst. Absolut nicht. Ich bin unverwundbar.
Aber irgendwas daran reizt mich. Vielleicht is…

Build Log: Tempelstein-β

Ich betreibe diesen Blog ja schon seit einiger Zeit, aber irgendwie wurde er seinem eigenem Titel nie so wirklich gerecht - bis jetzt!
Hier mal wirkliches Technik-Gelaber. Ich präsentiere, den Build Log meines PCs "Tempelstein β".

Gleich zum Anfang, die verbauten Teile:

GA-870A-UD3 rev. 2.1
AMD Phenom II X4 965 (Quadcore auf 3,4 GHz)
10 GB RAM (verschiedene Hersteller, ich weiß, das gehört sich nicht)
Nvidia GeForce GTX 600
Corsair CX450M

Als Zubehör hab ich die Sharkoon Skiller, eine Logitech M171 und einen TL-WN722N WLAN-Stick, dazu noch einen USB 2.0 Hub von Sitecom.

Das Gehäuse, was hier benutzt wird, hört auf keinen Namen, der mir bekannt wäre, da ich das Case selbst nicht gekauft habe.
Das ist übrigens das Besondere an diesem Build - bis auf das Zubehör und das PSU sind alle Teile ehemaliger "Schrott"; es sind die Überreste von PCs, die mir zur Verfügung gestellt wurden, ganz nach dem Motto "Der ist alt, kannst du was davon gebrauchen?".
Das Ziel, w…

You're awful, I love you

Ich schnelle auf und ringe nach Luft.
Panik durchfährt mich. Ich drehe meinen Kopf in deine Richtung, doch du bist nicht da.
Mein Bett ist so leer.
In meiner Schlaftrunkenheit wälze ich mich zur anderen Seite. Du hast mir auch nicht geschrieben. Schon seit einem Monat nicht mehr. Und trotzdem warte ich noch auf ein Zeichen von dir.
Ich kann nicht schlafen. Wieso fühlt es sich blos so ungemütlich an? Eigentlich hast du mich vom schlafen abgehalten. Dein Kopf lag auf meiner Brust und ich konnte dich atmen hören. Aber irgendwie war das schön. Auch wenn ich nicht schlafen konnte, war es doch traumhaft.
Ehrlich gesagt kann ich das alles auch nicht glauben. Unsere Zeit zusammen war kurz, viel zu kurz. Durch dich wurde meine Welt auf einmal ganz klein, und du warst der einzige Inhalt. So viel Nähe und Intimität hielt ich bis dahin für unmöglich. Und jetzt bin ich auch wieder skeptisch.
Ich zweifele. Waren die letzten Wochen eigentlich real? Ist das mein Leben gewesen? Warst du ehrlich zu mir…

2016

Gerade gehen ja sehr viele Bilder rum, von wegen "2016 ist die schlechteste Staffel der Welt bisher", ungefähr in der Richtung.
Kein Wunder, bei all dem schlimmen Zeug, was gerade so passiert.
Bündnisse, die seit Jahrzehnten mit viel Sorgfalt und Bedacht aufgebaut wurden, um mögliche Konflikte zu verhindern, werden eingerissen. Befürworter des Brexits sprechen von einem Sieg der Demokratie, doch kann wirklich von Demokratie gesprochen werden, wenn die Wahlergebnisse sich nicht in der Bevölkerung widerspiegeln? Wenn selbst die stärksten Stimmen plötzlich still werden, sind solch monumentale Entscheidungen eben doch nicht so eindeutig, wie es eine einzige Abstimmung scheinen lassen mag.
Generell schleppt dieses Jahr eine Angst mit sich, die uns schon seit dem letzten Jahr auflauerte. Der generelle Hass macht uns unsicher, provokant, polemisch. Dabei ist nicht nur das Offensichtliche gemeint: Klar wird die Welt von einer Welle des Rassismus und der Intoleranz übermannt. Aber au…

Ohne Titel

Wir lernen uns kennen, und sofort knistert es.
Eine Spannung herrscht da zwischen uns beiden.
Natürlich tanzen wir den so wohlbekannten Tanz.
Wer bist du?
Wie tickst du?
Und das alles, das alles tauschen wir aus.
Wir erzählen uns unsere Lebensgeschichten, so schön wie es nur geht.
Wir tauschend das aus, was wohl am besten zu uns passt.
Wir spielen diese Idee von uns selbst aus, und spinnen sie gemeinsam weiter.
Hier hören unsere Geschichten auf, und unsere Geschichte beginnt.
Es werden Liebeleien ausgetauscht, wie man es eben macht.
Wir kommen uns näher, so lange, bis wir uns gegenseitig fressen.
Du bist Teil von mir, ich bin Teil von dir.
So sollte es zumindest sein.
Ich mache das, was ich tun soll, und fühle auch das, was ich fühlen soll.
Doch langsam neigt sich die Anleitung dem Ende.
Keiner hat gesagt, wie schwer es ist, wirklich zu lieben.
Sich zu verlieben ist nicht schwer.
Aber diese Liebe festzuhalten, sie zu nähren - das kann einem selbst das beste Buch von John Green nicht e…

Der Krieg der 100 Catherines (#3)

Murphys Gesetz, was an sich ja eigentlich kein wissenschaftliches Gesetz ist, sondern viel mehr eine Lebensweisheit, besagt, dass alles, was falsch laufen kann, auch falsch laufen wird.
Also. Man schmiert sich ein Brot mit Nutella, schubst es vom Tisch, zack, Nutellaseite küsst den Boden. Langsam glaube ich, dass ich mir mein Leben selbst verteufele. Wenn ich zu sehr über die Dinge nachdenke, passiert auch die ganze Scheiße, die mir so im Kopf schwirrt.

Ich trete etwas auf der Stelle herum, werde aber sichtlich nervös. Ich wippe auf, und ab. Keine Ahnung, was sich hinter dieser Tür so tut, aber mein Bauchgefühl sagt mir jetzt schon, dass es schlimm wird. Und zwar sehr schlimm. Katastrophal schlimm.
Ich lehne mich an die Tür und versuche meine Ohrmuschel so flach an das dünne Holz so pressen, wie es geht, ohne das schmerzhaft wird. Aber wirklich besser ist die Akustik so auch nicht.
Wenn ich nicht wüsste, dass hinter der Tür nicht quasi identische Catherines sitzen würden, dann könnte …

Uhrwerk

Tick, tack.

Ich bin ein Uhrwerk. Ich klackere vor mich hin, unermüdlich.
So soll es auch sein. Von mir wird nichts anderes erwartet.
Ich habe eine Aufgabe, und die werde ich erfüllen.
Ohne meine Gedanken an irgendwas anderes zu verschwenden.

Tick, tack.

Manchmal bleibe ich stehen. Meine Zahnräder bewegen sich nicht mehr.
Das ist in Ordnung so. Manchmal brauche ich etwas Stillstand.
Ich bewege mich so viel. Da kann das manchmal auch zu viel werden.
Aber dann laufe ich weiter. Ich werde nämlich gebraucht.

Tick, tack.

Ich bin ein Durcheinander. Meine Zahnräder stehen kreuz und quer.
Manchmal verliere ich selber den Überblick. Es ist schwer sortiert zu bleiben.
Ein Rad dreht das Andere. Da verlaufen manche Bewegungen ins Nirgendwo.
Aber das bin eben Ich. So funktioniere ich, so helfe ich.

Tick, tack.

Irgendwann werde ich ausrangiert sein. Irgendwann bin ich fertig.
Es wird der Tag kommen, da gibt es besseres als mich.
Doch trotzdem werde ich weiterticken. Irgendwer liebt mich schon dafür.