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2016

Gerade gehen ja sehr viele Bilder rum, von wegen "2016 ist die schlechteste Staffel der Welt bisher", ungefähr in der Richtung.
Kein Wunder, bei all dem schlimmen Zeug, was gerade so passiert.
Bündnisse, die seit Jahrzehnten mit viel Sorgfalt und Bedacht aufgebaut wurden, um mögliche Konflikte zu verhindern, werden eingerissen. Befürworter des Brexits sprechen von einem Sieg der Demokratie, doch kann wirklich von Demokratie gesprochen werden, wenn die Wahlergebnisse sich nicht in der Bevölkerung widerspiegeln? Wenn selbst die stärksten Stimmen plötzlich still werden, sind solch monumentale Entscheidungen eben doch nicht so eindeutig, wie es eine einzige Abstimmung scheinen lassen mag.
Generell schleppt dieses Jahr eine Angst mit sich, die uns schon seit dem letzten Jahr auflauerte. Der generelle Hass macht uns unsicher, provokant, polemisch. Dabei ist nicht nur das Offensichtliche gemeint: Klar wird die Welt von einer Welle des Rassismus und der Intoleranz übermannt. Aber auch der Hass zwischen den Vertretern verschiedener Standpunkte wiegelt sich immer weiter hoch. Diskussionen werden giftig. Jeder Fehltritt einer Seite wird bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet und gegen "die Anderen" verwendet, sodass sich das Feindbild auf ein Lächerlichstes reduziert.
So werden eigentlich unschuldige Wörter wie "Gutmensch" oder "Wutbürger" in ein so falsches Licht gerückt, dass alleine der Gebrauch dieser Wörter ein deutliches Anzeichen der Degeneration der Diskussion geworden ist.
Wir brauchen Diskussion. Wir müssen uns gegenseitig informieren und versuchen zu erklären, was wir denken. Nur so können Kompromisse geschlossen werden. Und nur so können wir das Beste für alle rausholen.
Und gerade in dieser Zeit haben wir gut gemeinte Kompromisse und Solidarität für jedermann bitter nötig.
Viele unschuldige Menschen müssen gerade sterben, aus Gründen, die eigentlich nur mit geistiger Krankheit erklärt werden können. Gerade das macht uns Angst. Es könnte jeden treffen. Auch die, die uns am nächsten stehen. Da werden wir natürlich defensiv. Nur tritt hier leider das größte Problem auf: Wir versuchen auf Biegen und Brechen, jede Unsicherheit aus unserem Leben zu vertreiben, die wir haben. Gerade die Angst vor dem Unbekannten kann hier auf einer Seite als wichtiger Faktor gewertet werden. Für manche scheint es selbstverständlich, Kontrolle dadurch zu erlangen, dass man Druck auf Dritte ausübt. So werden die Schwächeren ausgegrenzt, diffamiert oder gesellschaftlich misshandelt. Andersdenkende werden vorgeführt. Menschen in Not stoßen auf Ablehnung. Auf der anderen Seite findet man blinde Naivität, die scheinbar alles Schlechte auf dieser Welt einfach ignoriert und Angst davor hat, Probleme zu konfrontieren. Denn auch hier gibt es wieder eine Möglichkeit zu versagen; Unsicherheit wird also einfach weggedacht, wegrationalisiert.
Stoßen diese Methoden der Handhabung von Angst aufeinander, kollidieren Weltbilder; es entsteht noch mehr Unsicherheit. Noch mehr Aggression und Frust, und noch mehr Hass und Gewalt.

Wir haben irgendwas auf dem Weg hierher verloren. Meine Bitte an euch ist es, einmal inne zu halten. Wir brauchen nicht mehr Hass auf dieser Welt. Unser Planet ist schon verseucht von Gewalt. Ich will mir nicht ausmalen, was noch mehr Gewalt bewirken könnte.
Gerade jetzt brauchen wir mehr Solidarität. Mehr Menschlichkeit. Versucht nicht einfach Feindbilder zu sehen, versucht Menschen zu sehen. Jemanden mit Gedanken, Gefühlen, Zielen, Hoffnungen, so wie ihr sie habt.
Ich will keine Liebe predigen. Aber Toleranz. Wir brauchen nicht noch mehr Unsicherheit, die uns jetzt schon täglich in Angst vor Terrorismus aufleuchtet. Wir brauchen wieder menschliche und gesittete Diskussionen, damit jeder gehört und verstanden wird. Dann können wir vielleicht wieder daran arbeiten, mehr Sicherheit und Zufriedenheit für alle zu schaffen. Wir haben ja alles bloß Angst.

Kommentare

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