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Build Log: Tempelstein-β

Ich betreibe diesen Blog ja schon seit einiger Zeit, aber irgendwie wurde er seinem eigenem Titel nie so wirklich gerecht - bis jetzt!
Hier mal wirkliches Technik-Gelaber. Ich präsentiere, den Build Log meines PCs "Tempelstein β".

Gleich zum Anfang, die verbauten Teile:

GA-870A-UD3 rev. 2.1
AMD Phenom II X4 965 (Quadcore auf 3,4 GHz)
10 GB RAM (verschiedene Hersteller, ich weiß, das gehört sich nicht)
Nvidia GeForce GTX 600
Corsair CX450M

Als Zubehör hab ich die Sharkoon Skiller, eine Logitech M171 und einen TL-WN722N WLAN-Stick, dazu noch einen USB 2.0 Hub von Sitecom.

Das Gehäuse, was hier benutzt wird, hört auf keinen Namen, der mir bekannt wäre, da ich das Case selbst nicht gekauft habe.
Das ist übrigens das Besondere an diesem Build - bis auf das Zubehör und das PSU sind alle Teile ehemaliger "Schrott"; es sind die Überreste von PCs, die mir zur Verfügung gestellt wurden, ganz nach dem Motto "Der ist alt, kannst du was davon gebrauchen?".
Das Ziel, was ich mit diesem Build erreichen wollte, war ein Rechner, der eher für Multimedia und seichte Spiele geeignet ist - wofür sich gerade solche Überreste bestens eignen.
Ein grundlegendes Problem hatte diese Zusammenstellung aber. Das Gehäuse war extrem hässlich.
Pottenhässlich. Ich schätze, das die Grundlage (also Case, CPU und Motherboard) die Grundlage eines Heimservers waren. Findige Leser, die die Specs überprüft haben, haben schon gesehen, dass das Motherboard keinen direkten Output für ein Videosignal hat, sowie extra Anschlüsse für eSATA, was ziemlich nette Features für einen Server im Privatbetrieb sein können. Außerdem war der Anschaffungspreis zum Release des Boards sehr gering, was auch ein Faktor sein kann.
Jedenfalls bewegte sich das Gehäuse in einem Farbfeld zwischen Weiß und Beige, teilweise auch etwas vergilbt. Ungefähr in dem Feld:


Ich hasse diese Farbe. Für manche mag sie nostalgisch sein, weil die meisten Heim-PCs der Neunziger sowie die meisten Büro-PCs, die heute noch im Betrieb sind und schön mit Windows XP vor sich her rechnen, in solchen Gehäuse ihren Platz fanden oder immer noch finden.
Darüber hinaus hat diese Sorte Plastik das unschöne "Feature", dass es mit der Zeit und direkter Sonnenbestrahlung vergilbt, was nochmal zur altbackenen Optik beiträgt.

Also habe ich kurzerhand das Innenleben entfernt und hab mich mit dem Gehäuse ins Freie bewegt, wo es an Schrubben und Säubern ging.


Hier kann man so in etwa die Farbe erahnen, die dieses Case einst hatte.
Mit einem Block aus Schmirgelpapier hab ich dann alles, was aus Plastik war, oberflächlich angekratzt, sodass die oberste Schicht des Plastik entfernt war. Danach hab ich einen Lappen und etwas warmes Wasser genommen und den Plastikstaub sowie sonstigen Dreck im Case selbst gereinigt. Aufregend!

Dank der Hitze der letzten Tage was das Trocknen im Handumdrehen erledigt.
Für mich war eigentlich sofort klar, dass das Case in einem eleganten Mattschwarz wiederbelebt werden sollte. Als Lack diente mir dabei die Plastikgrundierung sowie der Rallystyle Lack in Mattschwarz der Obi-Eigenmarke (nicht gesponsort :( ).
Meine Empfehlung: auf jeden Fall draußen verwenden! Das Zeug stinkt wie die Pest und in kleinen Räumen kann es schnell passieren, dass der Staub, der beim Besprühen anfällt, und sich im Raum verteilt - und Lack ist bekanntermaßen nicht dafür bekannt sich einfach entfernen zu lassen.
Als Untergrund habe ich eine alte Decke missbraucht, aber Plastik in ausreichender Größe oder alte Zeitung sollte sich auch bestens eignen.
Da ich leider sehr unerfahren im Umgang mit Sprühfarbe bin, hab ich einen ziemlichen Anfängerfehler begangen. Benutzt bitte auf jeden Fall eine Erhöhung oder ein Podest, auf dem das zu besprühende Objekt Platz finden kann, sei es ein alter Schuhkarton oder ein kleines selbstgemachtes Kreuz aus Pappe. Sonst werdet ihr es schwer haben, alle Winkel zu treffen... und beim frischen Auftragen klebt der Lack. Ja, Fussel einer Stoffdecke bleiben hängen.
Ansonsten sollte man einfach nur der Anleitung auf der Sprühdose folgen (ca. 25cm Abstand halten, sonst verläuft der Lack und die Oberfläche sieht ungleichmäßig aus).

Die Ergebnisse sind wie folgt:

 

Zu sehen sind das Frontpanel mit Klappe (oben links), die Rückseite sowie Boden und Deckel (oben rechts), die Verkleidung der linken und rechten Seite (jeweils unten links und rechts).
Ja, auf der rechten Verkleidung sind nur ein paar schwarze Flecken. Mir ist der Lack ausgegangen.
Aber insgesamt bin ich mit den Ergebnissen zufrieden.

Danach verlief die Montage des Rechners wie jede andere.
Zuerst habe ich die Sockets für das Motherboard in das Case geschraubt, dann das Input/Output-Schild an der Rückseite des Gehäuses montiert, und dann das Mainboard installiert.

Kabelmanagement, wie man es vielleicht nicht machen sollte. Aber hey, Luft kommt rein und raus. Passt.

Dann noch die PSU, Grafikkarte und Festplatte verbaut.
Das System läuft - eigentlich. Da ich es vorher nie ohne die linke Seitenabdeckung am laufen hatte, konnte ich nie bemerken, dass die Luftzirkulation doch sehr zu wünschen übrig lässt, beziehungsweise gar nicht existiert. Man kann zwar auf ein paar Bildern einen Lüfter an der Vorderseite erkennen, doch hab ich diesen wieder rausgenommen weil er unglaublich laut war und nicht wirklich zur Kühlung beigetragen hat. Die Tage sollte ein neuer Lüfter kommen, der direkt hinter der CPU montiert wird und die heiße Luft abblassen soll - frische Luft kommt dann durch die Gitter der Seitenabdeckung.

Das wäre es aber dann - der Rechner macht, was er soll. Benchmarks gibt's keine, weil es sich einfach nicht lohnt. Nicht für Teile, die quasi Schrott sind oder waren.

- Dan out

Kommentare

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