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You're awful, I love you

Ich schnelle auf und ringe nach Luft.
Panik durchfährt mich. Ich drehe meinen Kopf in deine Richtung, doch du bist nicht da.
Mein Bett ist so leer.
In meiner Schlaftrunkenheit wälze ich mich zur anderen Seite. Du hast mir auch nicht geschrieben. Schon seit einem Monat nicht mehr. Und trotzdem warte ich noch auf ein Zeichen von dir.
Ich kann nicht schlafen. Wieso fühlt es sich blos so ungemütlich an? Eigentlich hast du mich vom schlafen abgehalten. Dein Kopf lag auf meiner Brust und ich konnte dich atmen hören. Aber irgendwie war das schön. Auch wenn ich nicht schlafen konnte, war es doch traumhaft.
Ehrlich gesagt kann ich das alles auch nicht glauben. Unsere Zeit zusammen war kurz, viel zu kurz. Durch dich wurde meine Welt auf einmal ganz klein, und du warst der einzige Inhalt. So viel Nähe und Intimität hielt ich bis dahin für unmöglich. Und jetzt bin ich auch wieder skeptisch.
Ich zweifele. Waren die letzten Wochen eigentlich real? Ist das mein Leben gewesen? Warst du ehrlich zu mir, die ganze Zeit?
Ich sehe mich um. In meinen Gedanken stehst du noch vor meinem Bett. Du ziehst dich an, grinst, sobald sich unsere Augen treffen. Ich zerre dich zurück in mein Bett. Ich will dich nicht gehen lassen. Nicht jetzt. Eigentlich immer noch nicht. Trotzdem bist du gegangen. Für immer.
Ich drehe mich auf den Bauch und fahre mit der Hand über die Stelle, wo du geschlafen hast. Mir fehlt die Berührung und dein zufriedenes Seufzen. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so fehlen kann, einen anderen Menschen grinsen zu sehen. Doch dein Lächeln fehlt mir. Zumindest damals hatte ich das Gefühl, dass es für mich alleine war. In unseren kleinen Welt, wo es nur uns und den Moment gab.
Doch diese kleine Blase ist zerplatzt, und auch wir waren auf einmal überall anders, nur nicht zusammen.
Ich drehe mich wieder auf den Rücken. Die Holzgarnitur an der Decke ist hässlich, regelrecht erdrückend. War es ein Fehler? Bin ich am Verlauf schuld? Werde ich jemals wieder so empfinden können? Und wieso ist mir so kalt?
Ich rolle mich zusammen, doch ich friere weiter. Ich weiß nicht, was ich tun soll, was ich fühlen soll.
Ich versuche die Geschichte so zu drehen, dass du der Böse warst. So wäre es zumindest einfacher zu verstehen. Doch leider hat unsere Geschichte keinen Helden und keinen Schurken. Auch einen Anfang oder eine Moral hat sie nicht. Und auch das Ende ist unklar.
Sicher ist nur, dass es schön war. Und auch wenn du grauenhaft bist, bist du immer noch das Beste, was ich hatte.

Kommentare

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