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Der Krieg der 100 Catherines (#4)

Gegensätze ziehen sich an. Zumindest sagt man das so. Bei Magneten stimmt das wohl, dass sich die gegensätzliche Pole anziehen. Aber ob das bei Menschen auch stimmt?
Ich meine, ich bin ein sensibler, intelligenter, gut aussehender Mann in seiner besten Zeit, darüber hinaus auch noch sehr charismatisch, witzig, und Catherine ist... einfach scheiße.
Ich weiß nicht, was ich an ihr gefunden habe - auch wenn sie verdammt heiß ist.

Mit gebrochenem Geist und mit Gebrochenem auf dem Tisch trete ich den Heimweg an.
Die Original-Catherine hat mir noch eine frische Probe ihres Haares mitgegeben, damit ich noch einen Klon produziere. Der kleine Plastikbeutel mit der Locke, die sie frisch ausgekämmt hat, liegt auf meinem Beifahrersitz. Leicht geknickt, zerbeutelt. Wie mein Gesicht.
Mein Hals tut weh. Und in mir sträubt sich eigentlich alles. Wieso sollte ich Catherine diesen gefallen tun? Sie macht mir keine Angst. Absolut nicht. Ich bin unverwundbar.
Aber irgendwas daran reizt mich. Vielleicht ist es ist der Reiz der Wissenschaft.
Oder einfach die Vorstellung von drei nackten Catherines. Lecker.

Langsam nähere ich mich meinem Haus. Es ist schon langsam in die Jahre gekommen, aber das äußere Erscheinungsbild ist ja nicht alles. Es kommt auf das Innere an.
Und das ist ja in meinem Fall allererste Sahne - sowohl was das Haus angeht, als auch mich.
Ich betrete mein wunderschönes Chaos und mustere die Szenerie.
Die Klonmaschine grinst mich an, mit ihrer wunderschönen Konstruktion.
Ich füttere sie mit der Probe, die Catherine mir mitgegben hat, und sofort geht das wunderschöne Getose los.

Moment.

Ich sprinte zum Not-Ausschalter und hämmere auf ihn ein.

Catherine-2 habe ich an die echte Catherine verloren. Aber die dritte Catherine ist mein persönliches Projekt, meine Kreation, MEINS. Ich musste sie ja nur noch einmal klonen, andere Vorgaben hab ich ja nicht.

Ich fahre die Tastatur aus, der Monitor leuchtet auf. Die nächsten Zeilen, die ich hier jetzt eintippe, entscheiden, wie die nächste Catherine sich verhalten wird, wie sie aussehen wird - schließlich bin ich ein Genie, und den Code eines Menschen umschreiben ist für mich ein leichtes.
Ist es denn überhaupt so amoralisch, die Welt ein bisschen besser zu machen? Zumindest für mich?

Die Zeilen flutschen mir nur so aus den Fingern.Wie eine von diesen unnötig komplizierten, aber doch sehr lustig anzusehenden Maschinen, kommt ein Schritt nach dem nächsten zusammen.
Diese Catherine wird das Gegenteil. Das Gegenteil von der alten Catherine. Für das kleine bisschen mehr an Chaos.

Kommentare

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Kommentar zu "Der brave Herr Schulz", oder: MEGA!

Dieser Beitrag ist ein Kommentar zu diesem Beitrag. Also erstmal das lesen, bitte dankeschön.

Das Wichtigste gleich zum Einstieg:
Es passiert echt nicht oft, dass mich ein Beitrag im Spiegel aufregt. Das es dann noch in solch einem Rahmen passiert, als das ich mich dazu gezwungen sehe, etwas dazu zu schreiben, passiert noch viel seltener.
Und was zur gottverdammten Hölle will uns der Autor eigentlich sagen?! Erstmal ganz unabhängig davon, was er über Schulz sagt. Wieso ist die AfD der Gewinner des Abends? Nur, weil den Abend über die angeblichen "Folgen" der "Flüchtlingskrise" gesprochen wurde (übrigens - Claus Strunz ist für seine unglaublich dämlichen und vorwurfsvollen Fragen nicht zu Unrecht in die Kritik gekommen), heißt das noch lange nicht, dass der AfD wertvoller Spielraum zugekommen ist. Meiner Meinung nach ist eher der gegenteilige Fall eingetreten: Erst dadurch, dass solch penetrante und fehl am Platz wirkende Fragen gestellt wurden, die mit einer Kanzle…

Writing Prompt #1

Die Idee für den folgenden Text stammt von Reddit. Die "Aufgabe" lautet wie folgt:
"We finally get men on Mars and they discover an old Soviet flag placed down decades ago. The Soviets won the space race but for whatever horrifying reason didn't say anything."




Eingehende Übertragung. Annehmen?

>JA

Übertragung angenommen.

Starte Wiedergabe von Übertragung "EMERGENCY_BROADCAST_2059-04-12-0954".

...

...

ÜBERTRAGUNG START:

Ich hoffe, irgendwer wird das hier noch lesen...
Ich habe mich versteckt, sitze in der Kommunikationszentrale und tippe diese Zeilen, damit ihr zuhause wisst, wieso wir nicht mehr nach Hause kommen werden. Scheiße, sie sind bestimmt schon im Schiff...
Mein Name ist Private Arrington, ich wurde mit meiner Truppe auf eine Mission geschickt, um den Mars zu bemannen. Wir sollten die Ersten sein, die hier leben werden, für immer.
Doch wir waren nicht die Ersten. Ich hatte schon beim Start so ein beschissenes Gefühl. Verdammt, wieso sind wi…

Mein Sandwich-Dämon

Hunger. Ich habe unglaublichen Hunger. Mich giert es. Dieses Verlangen, es verschlingt mich. Ein grauenhaftes Gefühl. Ich verlange nach einem Sandwich. Mit Erdbeermarmelade und Erdnussbutter.
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Und während ich beide Scheiben auf einen Teller lege erblinde ich fast an dem Leuchten, dass mein halb-fertiges Sandwich von sich gibt. Instinktiv greife ich nach den Brotscheiben und klappe das Sandwich zusammen. Das Leuchten ist verschwunden. He. Komisch.
Ich nehme den Teller mit zu der Couch und lege ihn neben mich auf das Sitzkissen.
Noch b…